Grundschule wird für 820000 Euro saniert

Mehr Platz für die Mittagsbetreuung – Bis zum Schulbeginn im September soll’s fertig sein

Mit Bauhelmen der Firma Wimmer aus Passau ausgestattet, griffen Bürgermeister Florian Gams sowie drei Stadträte zum Elektrohammer, um die erste Wand einzureißen. Doch nur eine Maschine hatte Stromanschluss – die vom 2. Bürgermeister Christian Gödel. Mit dabei waren Architekt Tobias Maier, mehrere Projektanten, Vertreter beteiligter Firmen und Schulleiterin Silvia Thurner. −Foto: Rücker 

Sandbach. Es ist ein Hin und Her. Die Räume im Untergeschoss der Sandbacher Schule wurden für den Unterricht nicht benötigt, also wurden sie 1976 für den Kindergarten hergerichtet. Die Ansprüche dafür waren anfangs bescheiden. Im Herbst 2013 wurde ein großer Raum so hergerichtet, dass dort auch Kinder unter drei Jahren betreut werden konnten. Auf Drängen der Eltern entschloss sich der Vilshofener Stadtrat vier Jahre später, einen komplett neuen Kindergarten zu bauen. Einzug war im Januar 2019.

Die somit frei gewordenen Räume werden nun für die Schule hergerichtet. Auch hier haben sich die Anforderungen geändert. Die Räumen werden dringend für die Mittagsbetreuung benötigt.

Bürgermeister Florian Gams sprach beim Startschuss am Mittwoch von einem Glücksfall. Wegen der Überlegungen, wie es mit dem Kindergarten weitergehen könnte, hatte Architekt Tobias Maier eine umfassende Analyse erstellt und Pläne gezeichnet, wie sich die Räume verändern ließen. Als die Bundesregierung ein Investitionsprogramm auflegte, „brauchten wir die Pläne nur aus der Schublade zu ziehen“.

Das bedeutet: Die Grundschule Sandbach, vor 62 Jahren erbaut, wird energetisch saniert, zusätzlich werden Räume für die Mittagsbetreuung bzw. für Intensivförderung geschaffen. Das kostet 820000 Euro. Aus zwei Fördertöpfen kommen 590000 Euro, so dass die Stadt für eine dann sanierte Schule selbst nur 230000 Euro aufwenden muss.

Schulleiterin Silvia Thurner, als Rektorin der Ritter-Tuschl-Schule in Vilshofen auch Chefin der Grundschule Sandbach, machte deutlich, wie glücklich die Lehrer seien, künftig ideale Verhältnisse zu haben. Das gelte nicht nur für die Mittagsbetreuung, sondern auch für Fachräume wie Werken oder individuelle Förderung. 80 Kinder werden in Sandbach in vier Klassen unterrichtet. 35 Kinder nehmen die Mittagsbetreuung in zwei Gruppen wahr, mehrere Kinder nutzen auch das „verlängerte Betreuungsangebot“. Der Garten wird für diese Zwecke entsprechend umgestaltet.

Architekt Tobias Maier berichtete dem großen Kreis, der sich im ehemaligen Gruppenraum „Eule“ versammelt hatte, von den bevorstehenden Arbeiten. Das Gebäude erhält einen Vollwärmeschutz, die Decke zum Dachaufbau wird isoliert, zwei der drei Geschosse werden barrierefrei, dem Brandschutz geschuldet werden zwei Not-Treppenhäuser gebaut, es gibt Akustik-Decken und eine LED-Beleuchtung. Die Heizkörper werden erneuert, da der Heizbedarf nach der energetischen Sanierung sinke. Die Schule wird von einer Hackschnitelheizung versorgt. Auch die benachbarten kirchlichen Räume und der Kindergarten sind angeschlossen. Die lärmintensiven Arbeiten werden in den Ferien durchgeführt – eben gegenwärtig an Pfingsten und dann im Sommer. „Bis zum Schulbeginn im September wird alles fertig sein“, versprach Bürgermeister Florian Gams, bevor er symbolisch zum roten Abriss-Hammer griff.

Aus PNP vom 14.06.2019