Sozialwohnungen bald bezugsfertig

Markträte besichtigten Bauabschnitt 1 an der Passauer Straße

Modern und zeitgemäß präsentiert sich der Bau auch von außen. Links erkennbar ist der gemeinsame Aufzug für die beiden Bauabschnitte, der die Mehrfamilienhäuser somit barrierefrei und behindertengerecht macht.

Fürstenzell. Ein Bild davon, wie sozialer Wohnungsbau heutzutage aussieht, hat sich der Marktgemeinderat bei der Besichtigung von Bauabschnitt 1 des Kreiswohnungsbau-Projekts an der Passauer Straße in Fürstenzell gemacht. „Die Wohnungen sollen ab April bezogen werden“, berichtete der Geschäftsführer der Kreiswohnungsbau GmbH (KWG) Passau, Stefan Schmidbauer, der viel Lob für die hochwertige Ausstattung und das schöne Erscheinungsbild zu hören bekam.

„Wir haben nichts Unsaniertes mehr in Fürstenzell“, fasste der KWG-Sprecher die bauliche Situation aus Sicht des Unternehmens am Standort der Marktgemeinde in Worte. In zwei Abschnitten entstehen an der Passauer Straße insgesamt 24 geförderte Wohnungen nach dem klassischen Programm des sozialen Wohnungsbaus, wie Schmidbauer hinzufügte. Nach Fertigstellung des ersten Bauteils mit zwölf Einheiten ziehen die Bewohner des Altbestands direkt gegenüber aus, damit dieser auch dort einem modernen Neubau weichen kann. „Alle Personen werden untergebracht“, versicherte Schmidbauer.

Als den absoluten „Charme“ des Projekts führte der KWG-Geschäftsführer die gemeinsame Erschließung beider Gebäude über einen einzigen Personenaufzug an – vor allem kostengünstig mit Blick auf die Höhe der Nebenkosten, oft auch zweite Miete genannt. Die Schaffung der Ein- bis Fünf-Personen-Wohnungen kostet pro Bauabschnitt rund 2,2 Millionen Euro. Das Gesamtinvest bezifferte Schmidbauer auf 4,5 Millionen Euro.

Architekt Leonhard Maier und KWG-Geschäftsführer Stefan Schmidbauer (v.r.) stellten den Marktgemeinderäten den kurz vor der Fertigstellung stehenden Bauabschnitt 1 für sozialen Wohnungsbau an der Passauer Straße vor. −Fotos: Brunner

Die Miete von 4,60 Euro je Quadratmeter bei Einkommensstufe eins – das Niveau bewegt sich hierbei unter 1200 Euro netto monatlich – bewertete der Bauherrn-Sprecher als hervorragendes Angebot, das dank der öffentlichen Förderung möglich sei. Relevant für die Zuteilung einer Wohnung seien hier zwei Einkommensstufen, so Schmidbauer, der es als Ziel der Kreiswohnungsbau formulierte, mit solchen modernen Projekten „für ganz normale Leute“ das Image des sozialen Wohnungsbaus aufzupolieren. Wie Architekt Leonhard Maier aus Vilshofen ergänzend anmerkte, sind alle Wohnungen behindertengerecht, wozu die Ausstattung mit Duschen gehört, die mit Rollstühlen befahrbar sind.

Auch ökologische Gesichtspunkte haben bei der Maßnahme eine große Rolle gespielt, wie der Diplom-Ingenieur hervorhob. Demnach ist eine Hybrid-Heizung installiert worden, die auf einer Luft-Wärme-Pumpe basiert plus einer Gasbrennwerttherme bei witterungsbedingt höherem Wärmebedarf. Jedes der beiden Häuser bekommt eine eigene Heizzentrale. Alle Wohnräume verfügen über dreifach verglaste Fenster mit integrierter automatischer Belüftung und Fußbodenheizungen, wie die Zuhörer bei dem Ortstermin erfuhren. „Die Nachfrage ist entsprechend da“, fügte Stefan Schmidbauer hinzu.

Den Verantwortlichen der Kreiswohnungsbau – allen voran dem Aufsichtsrat mit Landrat Franz Meyer als Vorsitzendem – dankte Fürstenzells Bürgermeister Manfred Hammer für die Bereitschaft zur Realisierung der 24 Sozialwohnungen. Ermöglicht habe das Vorhaben der Bau der Gemeinschaftsunterkunft gleich unterhalb durch die KWG, weil der dort erzielte Mietüberschuss des Betreibers, der Regierung von Niederbayern, als Startkapital verwendet werden konnte, wie Hammer erklärte.

(aus PNP vom 02.03.2020)